Die drei Säulen, kurz
Das Schweizer Vorsorgesystem ruht bewusst auf drei Säulen:
- 1. Säule (AHV/IV) — die staatliche Vorsorge. Umlageverfahren, obligatorisch, max. rund CHF 2'500/Monat mit 65.
- 2. Säule (BVG) — die Pensionskasse des Arbeitgebers. Obligatorisch für Angestellte ab CHF 22'680 Jahreslohn, gemeinsam von Ihnen und dem Arbeitgeber finanziert.
- Säule 3a — Ihr privates, freiwilliges, steuerbegünstigtes Vorsorgekonto. Die kleinste der drei, aber die flexibelste.
Die Säulen 1 und 2 haben Sie kaum in der Hand. Die Säule 3a ist der Hebel, den Sie tatsächlich ziehen.
Was die Säule 3a besonders macht
Was Sie auf ein 3a-Konto einzahlen, wird vom steuerbaren Einkommen des Jahres abgezogen. Bei einem Grenzsteuersatz von (sagen wir) 30 % sparen Sie mit jeden eingezahlten CHF 1'000 rund CHF 300 Steuern. Das Geld ist bis zur Pensionierung gebunden (von wenigen Ausnahmen abgesehen), wird beim Bezug aber zu einem separaten, deutlich tieferen Kapitaltarif besteuert.
Der Deal also:
- Jetzt: Beitrag vom steuerbaren Einkommen abziehen → sofortige Steuerersparnis zu Ihrem Grenzsteuersatz.
- Im Konto: Das Wachstum ist steuerfrei (keine Einkommenssteuer auf Erträge, keine Vermögenssteuer auf das Guthaben).
- Beim Bezug: Kapitalauszahlungssteuer zu einem separaten kantonalen Tarif, grob 4–8 % des Guthabens.
Der neue nachträgliche Einkauf (ab 2026)
Ab Steuerjahr 2026 können Sie Beitragslücken rückwirkend ab 2025 auffüllen — bis zu 10 Jahre zurück, nachdem Sie das laufende Jahr ausgeschöpft haben. Voll abzugsfähig. Ein Gamechanger für alle, die ihre Schweizer Karriere spät begonnen oder in einkommensschwachen Jahren nicht eingezahlt haben.
Wichtig: Der nachträgliche Beitrag zählt zum Jahr der Einzahlung (nicht zum ursprünglichen Lückenjahr), und auffüllen können Sie nur Jahre mit AHV-pflichtigem Einkommen.
Wie viele 3a-Konten eröffnen?
Sie können bis zu fünf 3a-Konten führen. Der Grund ist rein steuerstrategisch: Beim Bezug ist die Kapitalsteuer progressiv — grösserer Bezug = höherer Satz. Wer das Guthaben auf 5 Konten verteilt und pro Jahr eines über 5 gestaffelte Jahre bezieht, bleibt durchgehend in den tiefen Tarifstufen. Ein Einmalbezug von CHF 350'000 mit 65 kostet vielleicht CHF 25'000–35'000; dasselbe Guthaben über 5 Jahre gestaffelt kann CHF 14'000–22'000 kosten. Echtes Geld.
Welcher Anbieter?
Drei Kategorien:
- Klassisches 3a-Bankkonto — rund 0,5 % Zins. Sicher, langweilig, einfach. Richtig für alle ohne Anlagerisiko-Appetit.
- 3a-Fonds der Bank — investiert in einen Fonds mit 25–45 % Aktien. Höhere Langfristrendite, aber Bankgebühren von 0,8–1,5 %/Jahr nagen daran.
- Digitale 3a (VIAC, Frankly, Finpension usw.) — bis 99 % Aktienquote möglich, Gebühren 0,39–0,55 %, volle Anlagekontrolle. Richtig für alle mit >10 Jahren bis zur Pensionierung, die Schwankungen aushalten.
Siehe unseren direkten 3a-Anbietervergleich.
Drei Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Vergessen, tatsächlich einzuzahlen. Viele eröffnen ein 3a-Konto, zahlen das erste Jahr ein und vergessen es dann. Richten Sie einen jährlichen Dauerauftrag im Januar ein.
- Geld binden, wenn Sie unter 30 sind. Die 3a wird beim Bezug besteuert; liegt Ihr Grenzsteuersatz heute unter ~25 %, können künftige Kapitalsteuer plus Opportunitätskosten die Ersparnis übersteigen. Rechnen Sie es mit unserem Rechner durch.
- Gebühren unterschätzen. 1,5 % Fondsgebühr auf CHF 350'000 über 30 Jahre kosten rund CHF 130'000. Wechseln Sie zu einer digitalen 3a, wenn Sie den Appetit haben.