Optiqo

Die Heiratsstrafe — gemessen

Warum doppelverdienende Ehepaare mehr zahlen als zwei Alleinstehende. Mechanik, Beispiele, was der Splitting-Divisor bewirkt, und die Lösung bis 2032.

Warum es sie gibt

Die Schweizer Steuer ist progressiv — ein höheres Einkommen landet in einer höheren Tarifstufe. Wenn die Einkommen beider Ehegatten in einer gemeinsamen Veranlagung zusammengezählt werden, rutscht das Paar in eine höhere Stufe, als es jeder Ehegatte allein täte. Ohne Korrektur ist die gemeinsame Steuerrechnung höher als die Summe zweier Einzelrechnungen.

Das System versucht dies über das Splitting zu korrigieren — statt das zusammengezählte Einkommen am Alleinstehenden-Tarif zu besteuern, wendet das Gesetz einen Divisor (1,7–2,0 je nach Kanton) an, um das Paar wieder in eine tiefere Stufe zu ziehen. Doch das Splitting ist selten voll (= 2,0); die meisten Kantone splitten mit 1,85 oder 1,9. Diese Unterkorrektur ist die «Heiratsstrafe».

Ein durchgerechnetes Beispiel

Zwei Erwachsene in der Stadt Zürich, beide 40 Jahre alt, keine Kinder, identische Einkommen von je CHF 100'000. Gemeinsames Einkommen CHF 200'000.

Wer die Strafe zahlt

Nicht jedes Ehepaar. Am stärksten trifft die Strafe:

Umgekehrt existiert ein Heirats-bonus für:

Die Lösung: Individualbesteuerung 2026

Am 8. März 2026 nahmen die Schweizer Stimmberechtigten die Individualbesteuerung mit 54,23 % Ja an. Nach der Umsetzung (spätestens bis 2032) reicht jeder erwachsene Steuerpflichtige — ledig oder verheiratet — seine eigene Erklärung auf sein eigenes Einkommen ein. Die Heiratsstrafe verschwindet für den Doppelverdiener-Archetyp vollständig. Der Heiratsbonus verschwindet für Einverdiener-Paare.

Viele Kantone verhandeln einen neuen «Partnerabzug», um den Schlag für Einverdiener-Familien abzufedern. Die genauen Beträge variieren je nach Kanton.

Was bis 2032 zu tun ist